Trauercafe Seeklang

Was fällt Ihnen wohl ein, wenn Sie den Begriff „Trauercafe“ hören? Was verbinden Sie damit? Sie fragen sich sicher, was man sich unter einer solchen Einrichtung vorstellen kann, und vielleicht auch, wo es ein Trauercafe gibt und für wen genau es gedacht ist.

 

Das Trauercafe soll, der Name sagt es ja schon, eine Anlaufstelle sein für Menschen, die einen geliebten Menschen  verloren haben – Partnerin oder Partner, ein geliebtes Familienmitglied, eine liebe Freindin oder einen lieben Freund. Ein Ort, wo man hingehen kann, um andere, die in einer ähnlichen Situation sind, zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen, über den erlittenen Verlust zu sprechen – oder genau das auch nicht. Vielleicht einfach nur, um da zu sein: unter Menschen, denen man nicht erklären muss, dass man sich gerade nicht in der Lage fühlt sich mitzuteilen, dass heute vielleicht ein besonders schwieriger Tag ist oder dass man lieber für ein paar Stunden herkommt, als alleine zuhause zu sitzen. Jeder und jede darf kommen, ohne sich groß erklären zu müssen.

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  • Ein Treffpunkt, eine Anlaufstelle kann ein Trauercafe sein, das es bereits in anderen Städten gibt. Im Herbst wird auch in Überlingen ein solches Projekt gestartet. Seit einem halben Jahr hat sich ein Team von Frauen – noch befindet es sich ausschließlich in weiblicher Hand- auf die Einrichtung eines Trauercafes in Überlingen vorbereitet. Dabei ist manche von uns schon gefragt worden, warum sie sich in ihrer Freizeit, also ehrenamtlich, freiwillig mit so einem „belastenden“ Thema befasse. Unsere Erfahrung allerdings ist, dass gerade in so schweren Zeiten neben der tiefen Trauer auch Lebendigkeit entstehen kann und Stärke in einem Kreis von Menschen, die Ähnliches erlebt haben und sich in einer solchen Umgebung mehr verstanden fühlen.
  • Und natürlich ist eine wichtige Vorraussetzung für eine gute Begleitung und einen stärkenden Austausch, dass wir entsprechend ausgebildet sind. Jede von uns hat eine Weiterbildung zur Trauerbegleiterin absolviert. Einige von uns wurden außerdem durch das eigene Schicksal dazu gebracht, diesen Weg einzuschlagen, haben selbst Hilfe erfahren in einer solchen Situation und können von diesen Erfahrungen etwas weitergeben. Andere sind schon seit längerem in der Hospizbewegung bei der Begleitung von Sterbenden tätig und konnten dabei erfahren, wie sehr trauernde Angehörige eine emotionale und psychische Unterstützung brauchen und wie wichtig für viele zum Beispiel auch der Austausch mit anderen Menschen sein kann, die sich in einer ähnlichen schwierigen Lebensphase befinden.
    • Ein Trauercafe ersetzt nicht eine individuelle Trauerbegleitung, zu der alle Mitglieder unseres Teams auch ausgebildet und qualifiziert sind, und auch nicht eine Trauergruppe, die geschlossen und kontinuierlich verläuft. Im Trauercafe allerdings kann man sich über diese anderen Möglichkeiten direkt bei uns informieren.
    • Das Zusammensein findet in einem geschützten Rahmen statt. Was wir uns dort erzählen und voneinander erfahren, bleibt unter uns.