Berichte und Aktuelles - Hospizgruppe Überlingen

Hospizgruppe Überlingen e.V.
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Berichte und Aktuelles

Überlingen 04. Juni 2019

Mitgliederversammlung 


Am Dienstag, 04. Juni 2019 fand die turnusmäßige Mitgliederversammlung des Hospizvereins Überlingen im Ev. Pfarrzentrum in Überlingen statt.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Herr Krimmer wurden folgende Punkte bearbeitet:

  1. Bericht des Vorsitzenden 2018
  2. Bericht der Koordinatorin 2018
  3. Kassenbericht 2018
  4. Bericht der Kassenprüfer
  5. Entlastung des Vorstandes
  6. Wahlen 2019

Herr Krimmer wird einstimmig (bei Enthaltung des Betroffenen) wieder als Vorstand gewählt. Danach übernimmt Herr Krimmer die weiteren Wahlen der Neubestzungen.

Schriftführerin:           Frau Boos 
Kassiererin:                 Frau Nimptsch: 
B
eisitzer:                     Herr Boos:                 

Alle Gewählten nahmen die Wahl an, alle wurden einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen gewählt.
Herr Krimmer freut sich auf die gute Zusammenarbeit.

  1.  Wirtschaftsplan 2019

  2.  25-jähriges Jubiläum 2019
    Am 22.09.2019 wird das Sommerfest im Museumsgarten gefeiert, Herr OB Zeitler hat sein Kommen zugesagt.
    Die Filmtage werden dann im Herbst im Oktober, November und Dezember das Jubiläumsjahr abrunden.

  1.   Verschiedenes


Überlingen 1. April 2019

Juniorenfirma Young Stars Constantin-Vanotti-Schule übergeben Spende




Das 25-jährige Jubiläum war Anlass für die engagierten jungen Menschen der Juniorenfirma der Constantin-Vanotti-Schule, einen Teil ihres erwirtschafteten Gewinns der Hospizgruppe Überlingen zu überreichen. Die symbolische Scheckübergabe in Höhe von 250,00 Euro erfolgte in der Constantin-Vanotti-Schule an den Vorstand der Hospizgruppe mit dem Vorsitzenden Gerhard Krimmer.


Der betreuende Lehrer Matthias Bertsch und David Jung und berichteten kurz über Ihre Aktivitäten. Die Juniorenfirma wirtschaftet zum Unterschied zu einer Übungsfirma wirtschaftet die mit echten Waren und Dienstleistungen, „echtem Geld“ und auf eigenes Risiko und kümmert sich z. B. um Arbeitsmaterialien für die Schule, nähere Informationen können in der Homepage der Schule nachgelesen werden (https://www.cvschule.de/juniorenfirmen.html )


Herr Krimmer bedankte sich im Namen der Hospizgruppe Überlingen für die Spende.



Überlingen 22. März 2019

25 Jahre Hospizgruppe Überlingen: Wie es von der Idee zur Gründung kam

Seit der Gründung 1994 haben sich rund 100 ehrenamtliche Hospizmitarbeiter bei der Begleitung schwer kranker Menschen engagiert. Zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Hospizgruppe startet am Sonntag ein vielseitiges Festprogramm.

Die Gründungsmitglieder der Hospizgruppe Überlingen, aufgenommen am 16. März 1994. | Bild: Hospizgruppe Überlingen




VON EVA-MARIA BAST

Überlingen, 25. September 1991. Es tagt der Sozialausschuss des katholischen Pfarrgemeinderats. Dekan Fridolin Dutzi hat einen ganz besonderen Tagesordnungspunkt: Er schlägt den Ausschussmitgliedern vor, sich mit der Hospizbewegung zu beschäftigen und darauf hinzuarbeiten, einen Helferkreis zur gemeindlichen Sterbebegleitung aufzubauen. Gedacht, getan: Dutzis Idee findet Anklang und heute feiert die Hospizgruppe Überlingen 25-jähriges Bestehen.

November 1991: Überlegungen werden konkret
Doch zurück ins Jahr 1991: Da liest sich der Sozialausschuss erstmal in die Thematik ein, Protokollant Claus van de Loo referiert im November über die aus den USA und England stammende Hospizbewegung, die Gruppe überlegt, welche Möglichkeiten es für Überlingen geben könnte.

Oktober 1992: Suche nach Mitgliedern beginnt
Dekan Dutzi spricht auch die evangelischen Gemeinden an. Im Juli findet sich ein Kommentar in der Protokollsammlung: "Erstmalige und weiterhin ständige Mitarbeit der evangelischen Gemeinden durch Dr. Badewien."

Im Oktober 1992 beginnt die Mitgliedersuche, im Februar 1993 geht es konkret um die Ausbildung von Hospizhelfern, im März um die Detailplanung zu Ausbildung, Führungsgruppe und Aufgabenverteilung. Im September folgt der Vorschlag zur Gründung eines ökumenischen Hospizausschusses, getragen von der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde, der evangelischen Auferstehungsgemeinde und der katholischen Münstergemeinde.

19. März 1994: Gründungsveranstaltung im Paul-Gerhardt-Haus
Am 5. Oktober 1993 ist es dann soweit: Der ökomenische Hospizausschuss der katholischen und evangelischen Kirschengemeinden tagt zum ersten Mal. Nach vielen weiteren Beratungen und Sitzungen folgt am 19. März 1994 die Gründungsveranstaltung der Hospizgruppe Überlingen im Paul-Gerhardt-Haus.

Über die Wahl steht im Protokoll: "Zur Wahl als Vorsitzender wurde Herr Theodor Schmied, Direktor des Amtsgerichts a.D., wohnhaft Überlingen, vorgeschlagen, welcher zur Kandidatur bereit war. Die offene Wahl ergab 22 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Herr Schmied nahm die Wahl an."

Begleitung Schwerkranker und Unterstützung der Angehörigen im Fokus
In der Satzung wurde festgehalten, dass der Verein und seine Mitglieder sich humanen und christlichen Werten verpflichtet fühlen. "Zweck des Vereins ist: Die Begleitung Schwerkranker und Sterbender bei ihrer Trauerarbeit und dem Abschiednehmen. Die Unterstützung Angehöriger chronisch Schwerkranker und Sterbender.

Die Zweckverwirklichung erfolgt unter anderem durch: Den Aufbau offener Hilfsangebote für Sterbende und Mitbetroffene (Vermittlung von Hospizhelfern und Selbsthilfegruppen). Aus- und Fortbildung von Hospizhelfern sowie ihre Begleitung während ihrer Einsätze."

Gruppe hat derzeit 23 aktive Hospizmitarbeiterinnen
25 Jahre ist das nun her. Seitdem haben rund 100 ehrenamtliche Hospizmitarbeiter rund 800 Menschen in ihrer letzten Lebenszeit begleitet. Derzeit sind 23 Hospizmitarbeiterinnen aktiv und weitere zwölf befinden sich in Ausbildung.





Mitarbeiter der Überlinger Hospizgruppe tun vor allem eines:

Zeit schenken, reden und zuhören


Der Owinger Gerhard Krimmer ist Vorsitzender des Hospizvereins für Überlingen und Umgebung und erzählt im Interview, was Hospizarbeit ist und wie die Mitarbeiter auf die anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet werden.

"Den Menschen etwas zurückgeben": Gerhard Krimmer. | Bild: Hanspeter Walter

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Herr Krimmer, seit wann gibt es die Überlinger Hospizgruppe? Wie hat sie sich entwickelt?

Die Gruppe wurde am 16. März 1994 von 32 katholischen und evangelischen Christen gegründet. Träger des gemeinnützigen Hospizvereins sind die beiden Kirchengemeinden. Sie haben je einen Vertreter im Vorstand. Inzwischen unterstützen deutlich über 100 Vereinsmitglieder die Arbeit der Hospizgruppe. Ich selbst bin seit März 2010 in der Verantwortung als Vorsitzender.

Wie finanziert sich die Vereinsarbeit?

Die Begleitung schwerstkranker Menschen erfolgt konsequent ehrenamtlich und wird von einer hauptamtlich beschäftigten Koordinatorin gesteuert. Bei den Personal- und Sachkosten unterstützen uns die gesetzlichen und privaten Krankenkassen, abhängig von der Zahl der Begleitungen, nachträglich mit einem Zuschuss. Dieser Zuschuss wird mithilfe eines bestimmten Schlüssels ermittelt. Daneben freuen wir uns jedes Jahr über Spenden.

Welche Aufgaben stehen im Vordergrund?

Unsere Mitarbeiter schenken den schwerkranken und sterbenden Menschen Zeit, hören zu, sprechen mit den Patienten, lesen vor oder sitzen nur still am Bett. So haben die Angehörigen die Möglichkeit, sich auch ein wenig Zeit für sich selbst zu nehmen. Beratungsgespräche und Trauerbegleitung ergänzen die Besuche am Sterbebett. Die Hospizgruppe versucht, durch ihre öffentliche Präsenz von der Bevölkerung wahrgenommen zu werden: Mit Infoständen, den Überlinger Hospizfilmtagen – die Filme laufen am 10. November und am 1. Dezember, jeweils 18 Uhr – mit Gedenkfeiern und Vorträgen.

Wie viele Hospizhelfer haben Sie im Moment? Wie groß ist der Bedarf?

Zur Zeit sind 22 ehrenamtliche Hospizmitarbeiter aktiv, geleitet von einer hauptamtlichen Koordinatorin. 2016 haben wir bislang 27 abgeschlossene Begleitungen und 13 noch laufende. Um dem stets zunehmenden Bedarf an Begleitungen gerecht zu werden, sollten wir mindestens 30 Mitarbeiter haben. Deshalb starten wir im Januar 2017 mit einem weiteren Ausbildungskurs.

Welche persönlichen Anforderungen werden an die Mitarbeiter gestellt?

Die Hospizmitarbeiter müssen Zeit haben, einfühlsam, teamfähig, offen, kritikfähig und zur Supervision bereit sein. Da die ehrenamtliche Arbeit von den Krankenkassen bezuschusst wird, sind auch dokumentarische Arbeiten zu leisten. Eine wichtige Aufgabe der Koordinatorin besteht darin, die passende, die richtige Begleitperson zu finden. Deshalb wird sie stets einen Erstbesuch machen, um Menschen zusammen zu bringen, die zueinander passen.

Welche Qualifikationen gibt es? Wie lange dauert eine Ausbildung?

Alle Mitarbeiter haben einen sechsmonatigen Vorbereitungskurs absolviert. Um zu gewährleisten, dass die ausgebildeten Begleiter auch mitarbeiten, ist eine Schutzgebühr in Höhe von 150 Euro für die Kursteilnahme zu entrichten. Diese wird nach zweijähriger Zugehörigkeit zurückgezahlt. Die sechsmonatige Vorbereitung besteht aus einem Grundkurs, einem Praktikum und einem Vertiefungskurs, Schwerpunkt sind: Selbsterfahrung im eigenen Umgang mit dem Thema Sterben und Tod, aktives Zuhören, Gesprächsführung, Auseinandersetzen mit der eigenen Wahrnehmung.

Erfahrene Referenten sind eine Garantie für Qualität.

Aus welcher Motivation heraus engagieren sich die Mitarbeiter, die hier ehrenamtlich tätig sind? Gibt es eine Aufwandsentschädigung?

Ganz unterschiedliche Motivationen führen Menschen in die Hospizarbeit. So können eigene Erfahrungen mit dem Thema Sterben oder Begleitungen innerhalb der Familie Grund für eine Teilnahme sein. Oder den Menschen, der Gesellschaft etwas zurückgeben zu wollen, weil man selbst im Leben Positives erfahren hat. Die Hospizarbeit ist ehrenamtlich ohne jede Aufwandsentschädigung. Kosten für Fortbildungstagungen werden vom Verein übernommen.

Wie werden die Helfer selbst bei der anspruchsvollen Aufgabe unterstützt?

Die regelmäßige Teilnahme an einer professionell geleiteten Supervision und an den monatlichen Gruppenabenden hilft den Hospizmitarbeitern, ihre mental schwierige Arbeit zu bewältigen.

FRAGEN: HANSPETER WALTER


Zeitungsartikel "das Gemischte Doppel"






Überlingen 25. September 2018, 16:23 Uhr


"Er wollte von mir getötet werden"


Dodo Wartmann aus Frickingen las auf Einladung der Hospizgruppe Überlingen aus ihrem Buch "Blaues Edelweiß". Darin berichtet sie über ihre Erfahrungen im Umgang mit ihrem an Demenz erkrankten Mann, der im November 2017 verstarb. Manchmal habe sie nicht mehr gewusst, "ob ich die Gesunde oder die Kranke bin".


 

Mit "Verlust, Versagen und Vergessen" sah sich Dodo Wartmann (Mitte) im Verlauf der Demenz-Erkrankung ihres Mannes konfrontiert, aber auch mit überraschender Kreativität, wie sie an einigen Bildern deutlich machte. Auf Bitte von Cornelia Haag (rechts) und Ilse Erzigkeit von der Hospizgruppe Überlingen hatte sich Wartmann zu einer Lesung aus ihrem Buch "Edelweiß" bereit erklärt. | Bild: Hanspeter Walter

 

Es ist ein bewegender Abend gewesen, an dem die Frickingerin Dodo Wartmann über ihre Erfahrungen im Umgang mit ihrem an Demenz erkrankten und im November verstorbenen Mann berichtete. Viele Details von den ersten Beobachtungen bis zu den dramatischen Veränderungen vor dem Tod hatte sie dokumentiert und schon kurz nach dessen Tod mit dem Linzgau-Literaturverein herausgeben (der SÜDKURIER berichtete damals).

 

 

Buch in zweiter Auflage unter Pseudonym erschienen

Jetzt hat sie das Buch "Blaues Edelweiß" überarbeitet, erweitert und im Mannheimer Waldkirch-Verlag in einer zweiten Auflage unter dem Pseudonym Mari Blum neu herausgebracht. Auf Bitten von Cornelia Haag, hauptamtliche Koordinatorin der Hospizgruppe, und Ilse Erzigkeit, Sprecherin der ehrenamtlichen Hospizhelfer, hatte sich Wartmann zu einer Lesung aus ihrem Buch bereit erklärt.

Teilweise analytisch, teilweise sehr emotional

Was Dodo Wartmann über ihre Erlebnisse und Herausforderungen schilderte, teilweise sehr analytisch, teilweise sehr emotional, ging den Zuhörern spürbar an die Nieren. Und dennoch dürfte niemand diese Auseinandersetzung mit einem ebenso aktuellen wie brisanten Thema bereut haben. Zumal Pianist Thomas Blaser mit viel Feingefühl ansprechende Kompositionen als Intermezzi ausgewählt hatte und diese zauberhaft interpretierte – wie "Windmills of your mind" oder "If I only had time".

Die ersten Anzeigen: Der Biologe bezeichnet Enziane als "blaue Edelweiße"

Das Buch ist unter dem Pseudonym Mari Blum in zweiter Auflage erschienen.Das Buch ist unter dem Pseudonym Mari Blum in zweiter Auflage erschienen.

Noch kein Jahr liegt der Tod ihres Mannes zurück, umso bemerkenswerter die Souveränität, mit der Wartmann aus ihrem Buch vorlas und diese Schilderungen durch persönliche Anmerkungen ergänzte. 2014 hatte sie die ersten Anzeichen der Veränderung wahrgenommen, als der kenntnisreiche Biologe auf den Alpenwiesen am Gotthard die Enziane als "blaue Edelweiße" bezeichnete. Nein, es war kein Versprecher, wie seine Frau in den folgenden Monaten feststellen sollte.

Die Betroffenen versuchen, eine Fassade aufzubauen

"Oh, da hat sich jemand verändert", diagnostizierte sie immer wieder aufs Neue. "Betrüblich ist, dass der Pflegende alles auf sich selbst bezieht", betont Wartmann und beschreibt den Umgang mit dieser schwierigen Situation als größte Herausforderung. "Ich habe das nicht verstanden. Ich dachte, er mag mich nicht mehr", sagt sie. "Alle Beschönigungen sind unangebracht", erklärt Dodo Wartmann klipp und klar. Die Betroffenen blufften und versuchten eine Fassade aufzubauen, um die Wahrheit und die geistigen Veränderungen zu verbergen. "Die meisten Leute fallen darauf herein."

Leistungsdruck von den Erkrankten nehmen

Erkrankte sehen die Situation anders, nehmen sie einfach anders wahr. Wartmann vergleicht es mit der Kreativität von Künstlern, die über den Tellerrand der Realität hinausblicken. "Denken Sie nur an die blauen Pferde von Franz Marc." Bei den Betroffenen sei es Teil der Wahrnehmung, die "wir respektieren und in aller Demut akzeptieren müssen", formuliert Dodo Wartmann. Als Begleiter können man nur helfen, indem man den Erkrankten das Leben leichter mache und ihnen den Leistungsdruck nehme. Gerade die Müdigkeit sieht Wartmann als wichtiges Symptom. "Denn viele Situationen werden zu einer Überforderung. Die Festplatte war einfach voll."

Die Erkrankung lebt vom Chaos

Diese Krankheit entpuppe sich als "ein großer Berg von Mosaiksteinchen, dessen Hänge abrutschen und die Erkrankten und die Pflegenden unter sich begraben", beschreibt sie. Diesen Strom versuche man zu begreifen. Aus anfänglichem Optimismus werde bald Bestürzung und Verzweiflung, ja "komplette Resignation". Die Erkrankung entziehe sich jeder Ordnung, sie lebe vom Chaos. Dieses Chaos anzunehmen, sei Herausforderung und einzige Chance zugleich.

Kreativität im Gehirn freigesetzt, die zuvor blockiert war

Irgendwann habe sie mit ihrem Mann angefangen zu malen, berichtet Dodo Wartmann, "und er konnte noch kreativ sein". Entstanden seien zum Beispiel fantasievolle Bilder von Vögeln oder Menschen, "die ich nie hätte so malen können". Plötzlich sah sie eine Kreativität im Gehirn freigesetzt, die zuvor blockiert schien.

"Du bist die Frau, ohne die ich nicht leben könnte"

Auf der anderen Seite gingen Begriffe und Wörter verloren, die korrekte Zuordnung zu den Dingen geriet durcheinander. "Hol mir bitte die Bohrmaschine", habe sie ihren Mann einmal gebeten, "doch er kam mit der Stichsäge". Um ihr anschließend den Vorwurf zu machen: "Du arbeitest unprofessionell. Du weißt immer alles besser." Wartmann: "Manchmal weiß ich nicht mehr, ob ich die Gesunde oder die Kranke bin." Dann kommen wiederum geradezu weise Antworten. "Wer bin ich denn?", fragte sie ihren Mann einmal und er reagierte prompt: "Du bist die Frau, ohne die ich nicht leben könnte."

"Mit so einem stumpfen Messer kann ich dich nicht umbringen"

Ab und zu habe es "klare Momente" gegeben, schildert Dodo Wartmann. Doch diese waren nicht leichter. "Er wollte von mir getötet werden. Er brachte mir ein Messer und ich hätte ihm die Pulsadern aufschneiden sollen." In seinem Nachttisch habe er fortan ein Messer gehabt, an dem sie die Spitze abgezwickt hatte. "Ich habe das an jedem Küchenmesser gemacht und ihm gesagt: Mit so einem stumpfen Messer kann ich dich nicht umbringen."

Mari Blum: "Blaues Edelweiß – und auf einmal war alles anders". Verlag Waldkirch, Mannheim, 2. erweiterte Auflage 2018. Taschenbuch und E-Book.




Outdoor - Reli vermittelt neue Blicke auf das kirchliche Handeln 27.05.2018